Matthaeus Tympius retorikai vonatkozású művei Magyarországon

  • Éva Knapp ELTE Egyetemi Könyvtár és Levéltár
Kulcsszavak: 16–17th centuries, book history, history of rhetoric, catholic reform, Matthaeus Tympius

Absztrakt

Matthaeus Tympius in Ungarn.
Ansätze zur Rezeptionsgeschichte der Werke mit
Bezug zur Rhetorik
Der Theologe, Rhetoriklehrer und Kanzelredner Matthaeus Tympius (1566–1616), Verfasser zahlreicher
Predigt-, Exemplum- und Loci communes-Sammlungen, Rhetorikhandbücher, Streitschriften
und moralisch-didaktischer Werke, Übersetzer, Initiator der Gründung der Universität Münster
und eines verbesserten Schulsystems, hat seine Arbeiten nach etwa zwanzigjähriger Unterrichtstätigkeit
in Köln, Jülich und Osnabrück in den ersten beiden Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts
herausgegeben. Tympius wurde von einem großen Teil der ungarischen rhetorikgeschichtlichen
Forschung vergessen. Nach einhelligem Zeugnis der historischen Kataloge und der erhalten gebliebenen
Exemplare gelangten vor allem die Werke mit rhetorischen Bezügen nach Ungarn; mit
der Kenntnis von Arbeiten außerhalb dieses Kreises kann nur ausnahmsweise gerechnet werden.
Tympius’ Name wird auch in Ungarn zu einem Begriff geworden sein, wie der Titel der in Prag
1686 erschienenen und auch in Ungarn bekannten Arbeit bezeugt: Tympius, sive Thesaurus novus
phrasium […]. Die sich zumeist an der Grenze zur Praeceptum-Literatur bewegenden Werke
gelangten in fast alle Teile des Landes, und zwar unabhängig von den Konfessionsgrenzen. Andererseits
betrachtete man diese Arbeiten infolge ihrer primären praktischen Ausrichtung im 18. Jahrhundert
zunehmend als „unzeitgemäß” und überließ sie allmählich der Vergessenheit. Dies geschah
ungeachtet dessen, dass es sich um im Unterricht gut brauchbare Werke mit abwechslungsreicher
Sprache, anspruchsvoller Rhetorik und teilweise unterhaltsamem Inhalt handelt. Die neben der
primären Rezeption erfassbare sekundäre Rezeptionsgeschichte, die Erschliessung weiterer Bibliotheken
und die hier nicht berücksichtigten Komponenten des Tympiusschen Ungarnbildes deuten
die wichtigeren Forschungsaufgaben in der Zukunft an. Tympiusʼ Arbeiten dürfen künftig in der
Geschichte der rhetorischen Tradition des 17.–18. Jahrhunderts in Ungarn nicht mehr unberücksichtigt
bleiben.

Megjelent
2017-05-07
Rovat
Tanulmányok